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Der Kompressor in der Praxis
Autor: Gerd Jüngling - Copyright: Alle Rechte vorbehalten
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Vor kurzem präsentierte mir die Suchmaschine Google bei der Suche nach einem Ersatzteil für einen Druckluftkompressor einen Beitrag aus einem Internetforum mit dem Titel '...nach 5 Jahren Kompressor immer noch nicht verstanden...'. Wie Sie sich denken können, hatte dieser Beitrag nichts mit Pneumatik zu tun sondern mit Tontechnik. Ganz offensichtlich ist die grundsätzliche Funktionsweise eines Kompressors so eine Art Geheimnis für die Wissenden in der Audioszene und ebenso offensichtlich besteht eine stillschweigende Übereinkunft, dieses Geheimnis mit niemandem zu teilen.

Sucht man im Internet nach einer allgemein verständlichen Erklärung über die Funktionsweise eines Kompressors, findet man zwar eine ganze Menge, aber eigentlich nichts, was jemandem hilft der definitiv nicht weiß was geschieht wenn er an magischen Soft- oder Hardwareknöpfen eines Kompressors mit Bezeichnungen wie Threshold, Ratio, Attack und Release herumdreht.

In der Praxis führt die Unkenntnis der Funktionsweise von Kompressoren meist zu einem planlosen Probieren verschiedener Einstellungen, bis man dann mit Glück und Zufall irgend etwas gefunden hat, dass irgend etwas tut, was man gerade gut findet. Der alternative Ausweg aus diesem Dilemma ist die 'Automatik', oder der 'Ein-Knopf-Kompressor', bei dem man dann gar nichts mehr tun muss, aber auch nichts tun kann.

Was also ist ein Kompressor für Audiosignale, wie arbeitet er und was muss man wissen, um mit Kompressoren gute Ergebnisse zu erzielen?

Stellen wir uns den Kompressor als 'Black Box' vor, also einen Kasten mit einem Eingang und einem Ausgang für Audiosignale. Im ersten Schritt schalten wir alles ab, was der Kompressor an Funktionen hat, sodass er komplett inaktiv ist. Nun schließen wir ein Eingangssignal an und betrachten den Ausgang. Bei den weiteren Betrachtungen kommen wir um den Begriff Pegel nicht herum. Hier wird der Begriff Pegel erklärt. Erhöhen wir den Eingangspegel, um z. B. 6 dB steigt der Ausgangspegel ebenfalls um 6 dB an. Senken wir den Eingangspegel z. B. um 20 dB, so wird auch der Ausgangspegel um 20 dB niedriger. Dies lässt den Schluss zu, das Eingangs- und Ausgangspegel normalerweise in einem festen, linearen Verhältnis zueinander stehen. Auch wenn Ein- und Ausgangspegel nicht den gleichen Betrag haben, erhöht sich der Ausgangspegel um 6 dB, von z. B. + 10 auf 16 dB, wenn wir den Eingangspegel um 6 dB, z. B. von -20 auf -14 dB erhöhen. In diesem Fall ändert sich nichts am linearen Verhältnis zwischen Eingangs- und Ausgangspegel. Allerdings hat unsere Black-Box eine Verstärkung. Diese ergibt sich aus der Differenz zwischen dem Eingangspegel und dem Ausgangspegel. In unserem Beispiel ist der Ausgangspegel + 10 dB wenn der Eingangspegel - 20 dB ist. Also ist Verstärkung gleich der Differenz von 30 dB. Ist der Ausgangspegel niedriger als der Eingangspegel, haben wir es mit einer negativen Verstärkung oder Dämpfung zu. Wie gesagt, am linearen Zusammenhang zwischen Eingangspegel und Ausgangspegel ändert sich nicht.

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