Analog Audio - Grundlagen der Pro Audio Technik

Scheinwiderstand, Blindwiderstand und Impedanz
Autor: Gerd Jüngling - Copyright: Alle Rechte vorbehalten
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Da der induktivie Blindwiderstand von der Frequenz abhängig ist, kann man ihn nur für eine bestimmte Frequenz tatsächlich bestimmen. Er erhöht sich proportional zur Frequenz, ist also bei Gleichstrom nicht vorhanden. Man berechnet den induktivien Blindwiderstand wie folgt:

XL = L * 2 * pi * f

Hinsichtlich der Einheiten ergibt sich die Induktivität in Volt * sec / Ampere, die Frequenz hat die Einheit sec-1, sodaß XL die Einheit V/A = Ohm erhält.

Zur Berechnung eines Gesamtwiderstandes aus einem ohmschen (= reellen) Widerstand und enem induktiven, 'komplexen' Widerstand muß man lediglich die ebene Trigonometrie benutzen, da hier die gleichen Beziehungen vorhanden sind wie bei einem rechtwinkligen Dreieck. Der Gesamtwiderstand einer Reihenschaltung von Spule und Widerstand bei einer bestimmte Frequenz ergibt sich nach dem 'Satz des Pythagoras', zu

Z2 = R2 + XL2

Hierbei ist 'Z' die Bezeichnung für eine 'Impedanz', gleichbedeutung mit einem 'komplexen Widerstand', also einem Gesamtwiderstand, der sowohl reelle (ohmsche) Widerstände wie auch 'komplexe' (induktive oder kapazitive) Blindwiderstände enthält.

Sind beide Beträge gleich ist der Gesamtwiderstand um den Faktor 1.41... (Wurzel aus 2) höher als einer der Beträge. In diesem Sonderfall beträgt die Phasenverschiebung 45 Grad. Handelt es sich um eine Filterschaltung ist diese Frequenz die Grenzfrequenz, bei der die Dämpfung 3 dB (= 1/ 1.41... ) beträgt. Bei niedrigeren Frequenzen ist der Betrag des induktiven Blindwiderstandes klein, der ohmsche Widerstand bestimmt das Verhalten des Stromkreises und die Phasenverschiebung ist klein. Ist die Frequenz jedoch erheblich größer als die Grenzfrequenz ist der induktive Blindwiderstand viel höher als der ohmsche Widerstand. Damit bestimmt die Induktivität die Eigenschaften des Stromkreises zum überwiegenden Teil wodurch die Phasenverschiebung nahe 90 Grad beträgt.


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