Analog Audio - Grundlagen der Pro Audio Technik

Einschalt- und Ausschaltvorgang
Autor: Gerd Jüngling - Copyright: Alle Rechte vorbehalten
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Diese Effekte sorgen dafür, daß der Strom sozusagen eingeblendet und ausgeblendet wird. Der erste Stromfluß erzeugt ein Magnetfeld; dieses wirkt dem Stromfluß entgegen. Die maximal mögliche Stromänderung wird durch diesen Effekt begrenzt.

Befindet sich im Stromkreis ein Widerstand so erreicht der Strom in immer langsamer werden Annäherung irgendwann den Wert der sich durch das Ohmsche Gesetz ergibt. Handelt es sich um einen Kurzschluß, also einen Stromkreis ohne Widerstand bei dem die beiden Pole der Spannungsquelle verbunden sind, bestimmt dieser Effekt allein den Strom nach dem Einschalten. Die maximale Änderung des Stroms pro Zeiteinheit wird durch die magnetischen Verhältnisse allein bestimmt.

Um die ganze Angelegenheit elektrotechnisch anfassbar zu machen, stellt man sich vor, dass eine Stromänderung innerhalb einer bestimmten Zeit an einer Induktivität eine Spannung erzeugt, die in der Richtung der treibenden Spannungsquelle des Schaltung entgegengesetzt ist. In der Realität ist diese 'Gegenspannung' natürlich der oben beschriebene Energieabfluss oder Zufluss in das oder aus dem Magnetfeld. Diese Eigenschaft bezeichnet man als Induktivität mit der Masseinheit Volt-Sekunde pro Ampere (Vs/A). 1 Vs/A entspricht der gebräuchlichen Einheit 1 Henry, abgeküzrt H, oder manchmal auch Hy, benannt nach dem amerikanischer Physiker Jospeh Henry. Eine Induktivität von 1 Henry erzeugt bei einer Stromänderung von 1 Ampere pro Sekunde eine Gegenspannung von 1 Volt. Reale Induktivitäten liegen im Bereich von Milli-Henry, Mikro-Henry oder Nano Henry. Werte von 1 Henry oder mehr gibt es bei großen, einem Netztransformator ähnlichen Siebdrosseln mit Eisenkern. Jede 'Vorrichtung', die einen Stromfluss ermöglicht ist mit dieser Eigenschaft behaftet und hat demzufolge eine Induktivität.

Aus der Betrachtung der Auswirkung der Induktivität bei Stromänderungen ergibt sich außerdem die interessante Tatsache, dass die Gegenspannung bei einer Stromänderung auch erheblich höher sein als die am Stromkreis anliegende Spannung wenn die Stromänderung gleichzeitig groß und schnell ist. Dieser Effekt ist meist eine unerwünschte Störung, die Gegenmaßnahmen erforderliche macht, kann aber auch von Nutzen sein. Der Physiker Nikola Tesla, nach dem die Einheit der magnetischen Flußdichte benannt ist benutzte diesen Effekt um das Jahr 1900 herum zur drahtlosen Übertragung von Energie; ein Verfahren, daß wegen Geldmangel eingestellt werden mußte und erstaunlicherweise nie weiter entwickelt wurde.

 


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