Pro Audio White Papers

Kompressor vs Limiter
Autor: Gerd Jüngling - Copyright: Alle Rechte vorbehalten
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Wie wir in zahlreichen Gesprächen mit Kunden erfahren haben, ist der Unterschied in der Funktion und im Sinn und Zweck, der zwischen Kompressoren und Limitern besteht nicht so klar für jedermann, wie wir dies angenommen hatten. Zwar weis eigentlich jeder das es hier einen Unterschied gibt, doch die Tatsache das es auch Kompressor-Limiter gibt, lässt vielleicht im Unklaren welchen Sinn und Zweck denn ein Kompressor hat, wozu ein Limiter verwendet wird und worin denn die Unterschiede zwischen beiden Geräten wirklich bestehen. Dazu kommt, das analoge Audio Geräte zwar die Urväter digitaler Plug-ins sind, sich aber in der Praxis in Anwendung, Einstellung und Wirkung doch beträchtlich unterscheiden. Viele kombinierte Kompressor-Limiter Ausführungen machen außerdem manchen glauben, ein solches Kombigerät wäre die Realität gewordene Effektivität und mit 'all in one box' hätte man alle Fliegen mit einer Klappe geschlagen und zusätzlich auch noch Geld gespart. Vielleicht hilft dieser Text ein wenig Licht ins 'Kompressor - Limiter Dunkel' zu bringen.

Ein Kompressor soll - wie der Name ja eindeutig sagt - komprimieren. Kompression bedeutet Verdichtung; für tontechnische Anwendungen bedeutet dies die Dichte eines Audiosignals zu erhöhen. Als Ersatz für das Wort 'Dichte' sollten wir besser 'Lautheit' verwenden, denn dieser Terminus trifft besser auf die gewünschte Veränderung, die durch einen Kompressor erzielt werden, soll zu. Der Kompressor sollte in der Lage sein diese Lautheits-Erhöhung auf verschiedene Art herzustellen um dem Anwender die Möglichkeit zu geben aus dem Spektrum der Möglichkeiten die für das zu bearbeitende Programm beste Version herauszusuchen und diese durch Variation der Einstellung zu optimieren.

Ursprünglich waren Kompressoren tontechnische Werkzeuge zur automatischen Verstärkungsregelung, die den Toningenieur von der dauernden Kontrolle vieler sich stark ändernder Pegel zur gleichen Zeit entlasten sollten. Die heutige Anwendung ist in aller Regel eine andere. Man wird immer dann Kompressoren einsetzen, wenn man ein kompakteres Klangbild und eine bessere 'Bindung' der einzelnen Instrumente zueinander benötigt. Ferner dann, wenn man verhindert will, dass eine Mischung 'zerfällt', also die Lautheit nach Signalspitzen und Transienten in sich zusammenfällt. Mischungen ohne Kompressoren hören sich eigentlich immer so an, als hätte da jemand etwas aufgenommen. Erst durch geschickt eingesetzte Kompression erreicht man das Klangbild, die Dichte und die Lautheit einer professionellen Produktion.

Es gibt eine Vielzahl von unterschiedlichen Kompressoren am Markt. Der größte Teil dieser Geräte bietet keine großen Variationsmöglichkeiten sondern einen typischen Standardsound, der meistens durch das Funktionsprinzip der Regelschaltung selbst weitgehend festgelegt ist. Sogenannte 'optische' Kompressoren z. B. können eine weiche Kompression und einen 'fetten' Klang erzeugen; aggressive Kompression mit schnellen Attackzeiten ist jedoch mit diesem Konstruktionsprinzip nicht möglich. Andere Funktionsprinzipien legen die Charakteristik der Rücklaufzeit auf eine bestimmte Art und Weise fest, die dann wieder einen bestimmten typischen Klang erzeugt. Die Rücklaufzeit ist die Zeit die der Kompressor benötigt, um nach der Ausreglung einer Signalspitze die Verstärkung wieder hochzuregeln.

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