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Verfahren für die Stereo-Mikrofonie - AB Stereophonie
Autor: Gerd Jüngling - Copyright: Alle Rechte vorbehalten
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Die Verwendung von Stereo-Mikrophonen ist über die Jahre aus der Mode gekommen. In den Anfangsjahren der Stereophonie war ein Stereo-Mikrophon als Hauptmikrophon gang und gäbe, heute ist die Verwendung dieser Mikrophone zwar bei Aufnahmen im Klassik-Bereich immer noch verbreitet, in der Popmusik aber eher die Ausnahme. Dieser Artikel will, sozusagen als Gedächtnisstütze, die verschiedenen Verfahren für die Aufstellung, Ausrichtung und elektrische Weiterverarbeitung von Stereo-Mikrophonen kurz beschreiben und Vor- und Nachteile der einzelnen Verfahren erörtern.

AB-Stereophonie

Prinzipiell gibt es zwei grundsätzliche unterschiedliche Prinzipien. Die AB Stereophonie platziert zwei völlig getrennte Mikrophone mit großem räumlichem Abstand voneinander vor der Schallquelle. Die Ortung auf der Stereobasis beruht bei diesem Verfahren in erster Linie auf der Laufzeit des Schalls zwischen den beiden Mikrophonen und nur in zweiter Linie auf der unterschiedlichen Intensität. Mit der Laufzeit-Stereophonie ergeben sich ohne große Mühe bei der Aufstellung sehr räumliche klingende Aufnahmen. Ferner ermöglicht die AB Stereophonie die Verwendung beliebiger Richtcharakteristiken bei den beiden Mikrophonen. Wenn es die Bedingungen im Raum zulassen ist auch die Verwendung von Mikrophonen mit kugelförmiger Richtcharakteristik möglich.

Allerdings hat dieses Verfahren einen großen Nachteil. Durch den großen Abstand der beiden Mikrophone entstehen Laufzeitunterschiede zwischen den beiden Kanälen. Diese bedingen zwangsläufig Phasenverschiebungen, die sich mit der Frequenz verändern. Hierzu ein einfaches Beispiel. Nehmen wir an der Abstand der Mikrophone beträgt 1.7 Meter und wir platzieren eine Bassgitarre mit Verstärker genau vor dem rechten Mikrophon, dann entsteht zwischen dem Lautsprecher des Bassverstärkers und dem rechten Mikrophon keine nennenswerte Laufzeit. Um zum linken Mikrophon zu gelangen, muss der Schall jedoch den Weg von 1.7 Metern zurücklegen. Da die Schallgeschwindigkeit in der Luft etwa 340 Meter pro Sekunde beträgt, benötigt der Schall für diesen Weg ein Zweihundertstel einer Sekunde, was 5 ms (Millisekunden) entspricht. Nehmen wir nun zur weiteren Vereinfachung an, die Bassgitarre wäre in der Lage rein sinusförmige Töne von sich geben, die keinerlei Oberwellen besitzen. Mit diesem in der Realität natürlich nicht existierenden Instrument lassen wir nun den Gitarristen abwechselnd einen Ton mit einer Frequenz von 200 Hz und einen Ton, der eine Oktave tiefer liegt, also 100 Hz hat, spielen. Betrachten wir nun den Abstand der Mikrophone. Bei 1.7 m benötigt der Schall wie gesagt 5 ms bis zum linken Mikro. Für den 200 Hz Ton bedeutet das, dass der Schall genau eine Schwingung später eintrifft. Frequenz bedeutet Schwingungen pro Sekunde; 200 Hz bedeutet demzufolge, dass 200 Schwingungen pro Sekunde vorhanden sind. Damit dauert eine Schwingung ein Zweihundertstel einer Sekunde und das ist genau die Zeit, die der Schall braucht, um zum linken Mikrophon zu gelangen. Bei einer Frequenz von 400 Hz würde der Schall um 2 komplette Schwingungen verzögert werden und bei 100 Hz um eine halbe Schwingung.

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