Pro Audio White Papers

Pro und Contra der Multiband Kompression beim Stereo Mastering
oder auch die Entstehung des V700 Bass Kompressors

Autor: Gerd Jüngling - Copyright: Alle Rechte vorbehalten
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Bei der Überlegung für eine Realisierung eines solchen Gerätes haben wir bereits bei der groben Vorkalkulation einen Schreck bekommen. Alle oben aufgelisteten Features mit der erforderlichen Präzision und den im V700 'normalen' Eigenschaften in einem Gerät zusammenzufassen würde den Preis in einen Bereich treiben, der selbst bei diesbezüglich 'belastbaren' und 'leidensfähigen' Kunden tiefes Durchatmen hervorgerufen hätte.

Nach dieser überschlägigen Vorkalkulation war eigentlich klar, dass ein so aufgebauter Multiband Kompressor mit all diesen Möglichkeiten für den überwiegenden Teil der Anwender nicht amortisierbar ist. Dazu kommt das die Vielzahl der Parameter die Einstellung zu einem harten Job werden läßt, bei dem man sher genau wissen muß was man tut und was man eigentlich als Resultat haben möchte. So also nicht. An einem solchen Punkt einer Entwicklung beginnt man intuitiv das zu groß und teuer gewordene Gesamtsystem in kleine Bauklötze zu zerteilen, die dann wieder für sich gesehen überschaubarer und bezahlbarer werden. Die Frage die sich hier aber stellte war, ob denn ein Ein-Band Kompressor überhaupt ein Sinn ergibt.

In der Folge haben wir dann über die Notwendigkeit separater Bearbeitung für spezielle Frequenzbereich nachgedacht und alle an der Diskussion beteiligten Anwender nach Ihrer Einstellung zu diesem Thema gefragt. Zunächst stellte sich dabei heraus, dass niemand auf die breitbandige Kompression verzichten wollte, und eine Multiband Kompression immer als Ergänzung betrachtet wurde. Die Begründung dafür liegt in der schon oben erwähnten Problematik der Veränderungen des Spektrums, weshalb einige Kunden dieses Verfahren als 'ideal für Hau-ruck Mastering' aber 'nichts für reale Verbesserungen' bezeichnete - Namen werden an dieser Stelle natürlich nicht genannt. Ferner stellte sich heraus, dass fast alle Anwender ihre Erfahrungen mit Multiband Kompressoren hinter sich haben und interessanter Weise keines der einschlägigen Geräte als geeignet betrachteten. Mangelnde Regelmöglichkeiten, festgelegte Frequenzbänder, zu wenig Bänder, eingebauter Sound im Sinn einer Grundfärbung, z. B. durch Röhren, und vieles mehr waren die Kritikpunkte, die aufgelistet wurden. Das interessante Resultat war aber die einheitliche Meinung, daa der Bassbereich der Frequenzbereich ist, der für eine Multiband Kompression von besonderem Interesse ist.

Dies ist auch sehr leicht nachvollziehbar. Während über das gesamte Spektrum eine weitgehende Erhaltung der Natürlichkeit kombiniert mit gleichzeitiger Steigerung der Lautheit gewünscht ist, gilt dies für den Bassbereich nur bedingt. Bei fast allen realen Mischungen ist es notwendig, den Bass stärker zu komprimieren, als dies für die Mitten und den Hochtonbereich positiv wäre. Ein 'strammes' Bassfundament das nicht auseinanderbricht und von anderen Signal weggedrückt werden kann ist von großer Wichtigkeit für die meisten Popmusik Produktionen. Zwar läßt sich auch einer breitbandigen Kompression ein guter Kompromiß erzielen, die Möglichkeit den Bassbereich separat und unterschiedliche bearbeiten zu können, bringt aber weitere Verbesserungsmöglichen mit sich. Hierzu kommt die bereits oben erwähnte Problematik der Modulation von Vocals und Soloinstrumenten bei einer aggressiven Kompression des Bassbereichs, dass ebenfalls für eine getrennte Behandlung dieses Frequenzbereiches spricht.

In diesem Zusammenhang tauchte auch das Thema Dynamikbearbeitung im MS Format auf, auf das wir hier nicht näher eingehen wollen, obwohl die Ergebnisse zur Integration dieser Möglichkeit in den Bass-Kompressor geführt hat.

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