Testberichte über Pro Audio Geräte
und Mischpulte

ToolMod Pro Audio System
Testbericht der Zeitschrift Studio Magazin

die PDF-Version dieses Tests finden Sie hier:
ToolMod Testbericht aus der Zeitschrift Studio Magazin
TestToolModDe.pdf - 3.9 MB oder: TestToolModDe.zip - 3.7 MB

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Auch der Kompressor TM112 erwies sich als extrem flexibles Werkzeug zur Einzelsignal- Bearbeitung, der bei entsprechend eingestellten Zeitkonstanten auch drastische Hüllkurven- Veränderungen zulässt - beispielsweise mit dem Ziel, eine Snare oder Kick- Drum sehr 'knackig' zu machen. Auch die Bearbeitung eines Bass-Tracks mit besonders vielen Transienten und Saitengeräuschen gelang uns hervorragend, ohne den Tiefen- und Höheneindruck anzugreifen. Selbst massive Pegelreduktionen von bis zu 15 dB funktionierten ohne störende Nebenwirkungen. Das Gate im TM116 reagiert erstaunlich schnell und arbeitet selbst bei extremen Einstellungen praktisch immer knackfrei und ohne Anschneiden von Einschwingvorgängen; auch hier können gezielt eingestellte Zeitkonstanten für massive Hüllkurven-Bearbeitungen genutzt werden. Standard-Aufgaben wie etwa das 'Freistellen' von Drums- Einzelspuren beherrscht das Gate ohnehin souverän, zumal die eingebauten Hoch- und Tiefpassfilter eine gezielte Bearbeitung des Triggersignals zulassen. Der Limiter TM115 läßt sich aufgrund der einstellbaren Zeitkonstanten neben der Standardaufgabe eines Schutzlimiters, der eine moderate Signalbegrenzung um wenige dB ausführt, auch kreativer einsetzen - beispielsweise für die klirrarme Begrenzung von Bässen mit längeren Zeitkonstanten. Sinn macht der Limiter natürlich auch als 'Pegelwächter' in Verbindung mit dem Kompressor, falls man letzteren eher im Sinne einer kreativen Klanggestaltung als für die Pegelkontrolle eingesetzt hat.

Fazit

Ein 1HE-Rahmen für fünf Toolmod-Module kostet zusammen mit dem kleineren der beiden angebotenen Netzteile rund 400 Euro. Die einzelnen Module bewegen sich preislich zwischen rund 290 Euro für den DIVerstärker, den kleinen Dreiband-EQ oder den Limiter und knapp 400 Euro für den übertragersymmetrischen Mikrofoneingang TM101. Rechnen wir mal zusammen: Eine Bestückung mit dem Übertrager-Vorverstärker TM101, dem DI-Eingang TM103, dem Kompressor TM112 und dem Fünfband-EQ TM105 ergibt bereits einen komfortabel ausgestatteten Eingangs-Kanalzug, der für einen Komplettpreis von gut 1.800 Euro zu haben ist. Mit der Preisgestaltung asiatischer Massenware kann und will der Hersteller damit sicherlich nicht konkurrieren, aber angesichts des ausgesprochen hohen Qualitätsniveaus kann man das Preis/Leistungsverhältnis dennoch als ausgezeichnet bezeichnen, zumal die Flexibilität eines echten Modulsystems auch nicht zum Nulltarif zu haben ist. Typische Musiker- oder Projektstudios finden in der genannten Kombination bereits die wichtigsten Frontend-Funktionen für hochwertige DAW-Aufnahmen. Ein zweites Rack mit weiteren Modulen wie Limiter oder Gate wird noch deutlich preiswerter, da das passende Netzteil bereits vorhanden ist. Die Mehrzahl potentieller Anwender ist mit dem universellen Charakter der Toolmod-Werkzeuge im Sinne einer möglichst variabel einsetzbaren 'Grundausstattung' sicherlich besser bedient als mit sehr speziellen Vintage-Sounds, die eher dann Sinn machen, wenn die universelleren Geräte bereits in ausreichender Anzahl im Studio vorhanden sind. Unter dem Strich bietet adt-audio mit der Toolmod-Baureihe ein bezahlbares System mit ausgezeichneten Werkzeugen an, das ausgesprochen gut in die Zeit passt. Auch wenn das äußere Erscheinungsbild eher nüchtern und mit Understatement daher kommt, haben wir es hier aus klanglicher Sicht eindeutig mit Vertretern der Oberliga zu tun. Künftige Erweiterungen der Modellpalette betreffen neben den größeren Rahmen mit 2 HE und 4 HE vor allem Stereoversionen des Kompressors, des EQs und des Limiters, die in naher Zukunft folgen sollen. Im Rahmen seines Direktvertriebs-Konzepts übernimmt der Hersteller übrigens den Verkauf und den Service der Toolmod-Produkte selbst - Anruf genügt...

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