V700 Kassettentechnik
allgemeine technische Daten

Hinsichtlich der konventionellen technischen Daten orientiert sich die V700 Serie an den Forderungen des IRT-Pflichtenheftes 3/5 und übertrifft viele der Forderung beträchtlich.

Allerdings sind eine Reihe von Vorgaben dieses Pflichtenheftes absolut konträr zu klanglichen Qualitäten. Die Einhaltung solcher Forderungen würde z. B. einen linearen Phasengang im Audioband praktisch unmöglich machen und die geforderten Werte für Sperrdämpfungen außerhalb des im Pflichtenheft von 40 Hz bis 15 kHz definierten Übertragungsbereiches lassen Bandbreiten im Bereich von 200 kHz nicht zu. Wir liefern daher in der Standardausführung alle V700 Geräte in einer Version, bei der die Phasenverschiebung zwischen Eingang und Ausgang extrem gering ist und die Leistungsbandbreite bis deutlich über 100 kHz reicht. Ausführungen mit den im Pflichtenheft geforderten Bandbreitenbegrenzungen sind auf Anforderung möglich.

Die folgenden Daten gelten für den überwiegenden Teil der Geräte und sollen Ihnen einen Gesamtüberblick über die technischen Eigenschaften des V700 geben. Die speziellen Angaben für die einzelnen Geräte finden Sie in den Datenblättern im Anhang der Gerätebeschreibungen.

Eingänge
Die Eingänge sind in den Standardausführungen symmetrisch-erdfrei ausgeführt. Die Symmetrierung erfolgt mit hochwertigen Ringkernübertragern. Eine Reihe von Geräte, z. B. Pegelstellern, Pan-Pots, deren Ein- und Ausgänge nur innerhalb einer geschlossenen Anlage verwendet werden sind erdsymmetrisch. Ebenfalls gibt es einige Geräte bei denen wahlweise Symmetrierung durch Übertrager oder elektronische Symmetrierung möglich ist. Mikrofoneingänge sind immer symmetrisch-erdfrei.

symmetrisch-erdfreie Linieneingänge
Nennpegel + 6 dBu
maximaler Pegel > + 30 dBu - Verstärkung
Eingangswiderstand > 5 kOhm
Eingangssymmetrie > 60 dB nach IRT, typisch 74 dB bei 15 kHz
Übertrager:
überwiegend Ringkernübertrager
Fabrikat Haufe, in manchen Geräten Übertrager des Fabrikates Lundahl

symmetrisch-erdfreie Mikrofoneingänge
maximaler Pegel + 30 dBu - Gain
Eingangswiderstand > 2 kOhm
Eingangssymmetrie > 70 dB nach IRT
Übertrager: Ringkernübertrager Fabrikat Haufe

erdsymmetrische Eingänge:
Nennpegel + 6 dBu
maximaler Pegel + 30 dBu - Gain
Eingangswiderstand > 10 kOhm
Eingangssymmetrie > 70 dB
(abgeglichen)

Ausgänge
Die Ausgänge sind in den Standardausführungen symmetrisch-erdfrei ausgeführt. Im überwiegenden Teil der Geräte werden entweder Ringkernübertrager des Fabrikats Haufe, vereinzelt Übertrager des Fabrikates Lundahl eingesetzt. Verschiedene Ausgänge, die innerhalb einer geschlossenen Anlage verwendet werden sind erdsymmetrisch ausgeführt. Dies betrifft z. B. Pegelsteller und Pan-Pots, sowie Ausgänge für Summebildung mit 0-Ohm Knotenpunktschienen.

symmetrisch erdfreie Ausgänge
Nennpegel + 6 dBu
maximaler Pegel + 30 dBu
(bei kges 1 % und 40 Hz)
Lastwiderstand > 300 Ohm
Innenwiderstand < 40 Ohm
Symmetrie nach IEC > 40 dB
Symmetrie nach IRT > 60 dB
Fabrikat der Übertrager
überwiegend Haufe Ringkern-Übertrager, vereinzelt Lundahl Übertrager

erdsymmetrische Ausgänge
Nennpegel + 6 dBu
maximaler Pegel + 30 dBu - Dämpfung
Lastwiderstand > 600 Ohm
Innenwiderstand < 40 Ohm
Symmetrie nach IEC > 40 dB

alle Daten gelten im Übertragungsbereich

Übersprechen
Im Übertragungsbereich ist die Übersprechdämpfung typisch:
zwischen unabhängigen Wegen:
>95 dB
zwischen Mehrkanalwegen:
>70 dB
in MS Richtungsmischern:
> 40 dB

Pegel
Nennpegel + 6 dBu
Der Nennpegel einer Anlage kann beliebig gewählt werden. Datenangaben beziehen sich, wenn nicht anders erwähnt, auf 0 dB = 1.55 V = + 6 dBu

Verstärkung / Dämpfung
Nennwert +/- 0.3 dB
Diese Toleranz gilt für kalibrierte Skalenpunkte, 0 dB Punkte von Flachbahnpegelsteller, Mittenrasten von Verstärkungsregler, sowie für als Stufenschalter ausgeführte Steller.

 

Dynamik und Störspannungsabstände
Die Störspannungen der Bearbeitungsgeräte und Verstärker sind in den Datenblättern der einzelnen Module spezifiziert. Der überwiegende Teil der Geräte hat eine Betriebsdynamik von mehr als 120 dB, gemessen als RMS Wert im Band 22 Hz bis 22 kHz bezogen auf den maximalen Pegel von > + 30 dBu. Auf den Nennpegel bezogen ergeben sich hieraus eine Übersteuerungs-Reserve von 24 dB und ein Fremdspannungs-Abstand von 96 dB. Die IRT-Forderungen hinsichtlich der Betriebskennlinie werden in allen Verstärkungsbereichen übertroffen.

Summenausgänge
Die Störabstände für Summen und Gruppen hängen von der Anzahl der Kanäle und deren Ausführung ab. Im V700 System wird grundsätzlich eine symmetrische Knotenpunktbildung in 0-Ohm Technik mit sehr niederohmigen Mischwiderständen verwendet. Auch hier werden die Pflichtenheftsanforderungen in jeder Konstellation sicher eingehalten bzw. übertroffen.

Mikrofonverstärker
Bei Verstärkungen von mehr als 70 dB beträgt die Rauschzahl weniger als 1 dB und das Eingangsrauschen mit 200 Ohm Quellwiderstand weniger als -117 dBqp. Bei Verstärkungen von mehr als 45 dB beträgt die Rauschzahl weniger als 2 dB und das Eingangsrauschen mit 200 Ohm Quelle weniger als -116 dBqp

Klirrfaktor
Bis zu einem Ausgangspegel oder Eingangspegel von + 26 dBu im Übertragungsbereich beträgt der maximale Klirrfaktor am Nennlastwiderstand weniger als 0.1 %

Bei mit Übertragern bestückten Geräten steigt der Klirrkoeffizient k3 bei 40 Hz bis zu einem Pegel von + 30 dBu auf maximal 1 % an. Ein typischer Wert für am Eingang und Ausgang mit Übertragern bestückte Werte bei + 30 dBu und 40 Hz ist 0.25 %. Der Sättigungspegel der verwendeten Übertrager des Fabrikates Haufe und Lundahl liegt oberhalb von + 30 dBu bei 40 Hz. Reale Messungen ergeben Werte von mehr als +31 dBu bei 40 Hz und mehr als +28 dBu bei 30 Hz.

Bei Regelverstärkern wird der Klirrfaktor durch die Einstellung der Parameter für die Regelung bestimmt. Bei kurzen Rücklaufzeiten und Einschwingzeiten steigt physikalisch bedingt der Klirrfaktor bei niedrigen Frequenzen deutlich an, da die Regelung in den Schwindungsverlauf eingreift.

Frequenzgang
Für beliebige Signalzüge mit Nennpegel über beliebige Summen gemessen, jeweils bei ausgeschalteten Bearbeitungselementen wie EQ's, Sperren, Filtern, usw. beträgt die Abweichung im Frequenzbereich 20 Hz bis 20 kHz max. +/- 0.25 %.

Standardmäßig sind HF- und Subsonic-Filter integriert, die einen Abfall unterhalb von 10 Hz und oberhalb von 100 kHz bewirken. Die Einsatzpunkte dieser Sperren sind nach Kundenangabe modifizierbar. In der Standardausführung setzen die Filter unterhalb von 10 Hz und bei ca. 150 kHz an.

Bei Mikrofonverstärkern sind wegen der höheren Empflindlichkeit der Mikrofone und Leitungen gegen Subsonic Störungen und HF-Einstreuungen wirksamere Sperren eingebaut. Hier gelten - sofern nicht anders bestellt - folgende Werte bei allen Verstärkungen bis 80 dB.
40 Hz bis 15 kHz +/- 0.5 dB, typisch +/- 0.2 dB
20 Hz bis 20 kHz, + 0.5/-1.5 dB, typisch +0.25/-0.75 dB
Abfall bei 10 Hz > 2 dB
Abfall bei 200 kHz > 10 dB
Ausführungen nach IRT Pflichtenheft 3/5 haben die dort geforderteten Werte.


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Phasengang
gleich aufgebaute und eingestellte Signalwege unterscheiden sich im Phasengang im Übertragungsbereich um weniger als 3°. Die Phasenverschiebung zwischen Eingang und Ausgang ist in erster Linie von der Auslegung der HF- und LF-Sperren bestimmt. In der normalen Ausführung sind die V700 Geräte so ausgeführt, dass ein guter Kompromiß zwischen Störschutz und Phasenlinearität vorhanden ist. Der Phasengang für die Standardausführungen hochpegeliger Geräte liegt bis 20 Hz unterhalb von + 10° und bis 20 kHz unterhalb von -20°. Eine Verringerung des Störschutzen durch Verschiebung der Eckfrequenzen nach außen reduziert automatisch die Phasenverschiebungen und umgekehrt. Geräte mit Filterversionen nach IRT Pflichtenheft 3/5 führen wir nach den dort geforderten Werten für den Frequenzgang ohne Rücksicht auf den Phasengang aus.

Ausschaltdämpfungen
über geschlossene Pegelsteller > 100 dB
über Cut-Schalter > 110 dB
über Drehpotentiometer
> 76 dB
über Pan-Pots und Balanceregler > 70 dB

Übertragungsbereich
Gemäß IRT Pflichtenheft 3/5 ist der Übertragungsbereich von 40 Hz bis 15 kHz definiert. Diese Grenzwerte beziehen sich hier nicht auf den Frequenzgang der Geräte sondern auf normierte Werte zu Messung bestimmter Kenndaten. So werden Symmetriewerte von Ein- und Ausgängen üblicherweise bei 15 kHz gemessen. Die Messung von Verzerrungen erfolgt meist bei 40 Hz. Bei diesen Frequenzen sind physikalisch bedingt jeweils die schlechtesten Messwerte zu erwarten. Zur besseren Vergleichbarkeit behalten wir dieses Werte bei.

Aussteuerbarkeit
Die Aussteuerbarkeit im Übertragungsbereich ist
> + 30 dBu
Die Übersteuerungsfestigkeit beträgt für alle Geräte und Typen einheitlich + 30 dBu an Eingängen und Ausgängen - je nachdem welche Verstärkungen oder Dämpfungen eingestellt werden oder vorgegeben sind. Der Wert von + 30 dBu gilt für einen Klirrfaktor von kges < 1 % im Übertragungsbereich. Die Einhaltung dieser Werte setzt eine korrekte Einstellungen der Stromversorgung voraus.




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