Testberichte über Pro Audio Geräte
und Mischpulte

Modulsystem adt-audio V700
Testbericht der Zeitschrift Studio Magazin

die PDF-Version dieses Tests finden Sie hier:
V700 Testbericht aus der Zeitschrift Studio Magazin
TestV700De.pdf - 2.3 MB oder: TestV700De.zip - 2.2 MB

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Messergebnisse

Angesichts des ungewöhnlich hohen Aufwands, den der Hersteller bei der Entwicklung der V700-Baureihe getrieben hat, waren wir in diesem Fall natürlich besonders gespannt darauf, wie die Module unsere unvermeidlichen messtechnischen 'Torturen' überstehen würden. Um dieses Kapitel allerdings angesichts unseres üppig bestückten Test-Frames nicht ausufern zu lassen, beschränkten wir uns dabei auf das Eingangsmodul V776 und den Mastering-Equalizer W796 - viele grundsätzliche Eigenschaften wie beispielsweise die Ein- und Ausgangsstufen sind bei allen Line-Modulen der Baureihe ohnehin identisch ausgeführt. Den Anfang machte wie üblich der Mikrofonvorverstärker, dessen Pegel- und Phasenfrequenzgang in Diagramm 1 abgebildet ist. Der Abfall in den Tiefen ist mit rund -0,6 dB bei 20 Hz moderat ausgefallen, und auch in den Höhen hat der Hersteller in diesem Fall bewußt keine Rücksichten auf die Forderungen der bekannten Pflichtenhefte genommen. Falls zum besseren Schutz vor hoch- oder tieffrequenten Störungen eine Beschränkung des Übertragungsbereichs erwünscht ist, läßt sich diese mit den stimmbaren Höhen- und Tiefensperren realisieren.

Die real gemessene Maximalverstärkung des Vorverstärkers mit zugedrehtem Fine-Regler beträgt in der 70 dB-Position exakt +70,1 dB; mit voll aufgedrehtem Fine-Regler +80,2 dB. Das Ausgangsrauschen des Moduls lag mit geschlossenem Fine-Poti bei -58,1 dBu RMS effektiv unbewertet (22 Hz bis 22 kHz), woraus sich ein äquivalentes Eingangsrauschen (EIN) von -128,2 dB ergibt. Kenner der Materie wissen, dass damit die Grenze des physikalisch Möglichen praktisch erreicht ist - leiser geht es nun wirklich nicht mehr. Auch der Quasipeak-Wert von -47,2 dBu (mit CCIR-Filter) deutet in diese Richtung; er ergibt einen EIN-Wert von -117,3 dB und damit eine Rauschzahl von 0,7. Das Diagramm 2 zeigt dazu passend das sehr ausgeglichene FFT-Spektrum der voll aufgedrehten Vorstufe.

FFT Diagramm V776
In der Praxis noch wichtiger als ein niedriges Rauschniveau bei Maximalverstärkung ist bekanntlich das Rauschen bei geringeren, im täglichen Einsatz real benutzbaren Verstärkungen, und hier zeigt der V776 seine Qualitäten besonders überzeugend: Bei einer eingestellten Verstärkung von +52 dB (real +51,9 dB) rauschte der Verstärker mit -76,1 dBu RMS, woraus sich immer noch ein EIN-Wert von -128,0 dB ergibt. Auch bei +40 dB Gain ändert sich der EIN nur ganz unerheblich auf -127,8 dB, und erst bei +28 dB Verstärkung wird der Wert mit -126,6 dB geringfügig 'schlechter' - wenn man dieses Wort bei einem Wert, den viele der von uns bisher getesteten Mikrofonvorverstärker selbst unter optimalen Bedingungen (Maximalverstärkung) nicht schaffen, in diesem Fall tatsächlich verwenden möchte. Immerhin liegt das Ausgangsrauschen des Moduls für diese Verstärkung bei lediglich -98,6 dBu. Viel Konkurrenz hat der adt-audio-Vorverstärker in dieser Disziplin also ganz sicher nicht zu fürchten; wir können uns jedenfalls nicht erinnern, in den letzten Jahren schon einmal günstigere Rauschwerte für einen Mikrofonvorverstärker gemessen zu haben.

Angesichts des aufwändigen Eingangsübertragers ist es wenig überraschend, dass auch die in Diagramm 3 gezeigte Unsymmetriedämpfung des Eingangs keinerlei Anlass zur Kritik gibt; für 1 kHz liegt sie bei etwa -92 dBr und für 15 kHz immer noch bei rund -86 dBr.

Einen interessanten Verlauf weist das bereits unmittelbar am übertragereingang zuschaltbare Subsonic-Filter auf, wie das Diagramm 4 zeigt: Oberhalb des abgesenkten Frequenzbereichs produziert das Filter einen recht deutlichen Buckel, der je nach eingestellter Ansatzfrequenz nahezu +4 dB erreicht; viele Toningenieure wissen eine solche Filtereigenschaft gezielt für bestimmte Effekte einzusetzen. Einen ähnlichen Effekt erreicht man beispielsweise auch durch die geschickte Kombination eines Shelving-Filters mit einem Hochpass. Wer den Buckel nicht mag, hat ja immer noch die Möglichkeit, alternativ auf den später im Signalweg folgenden stimmbaren Hochpass auszuweichen. Wie das Diagramm 5 zeigt, eignen sich die Hoch- und Tiefpassfilter des Moduls in ihren Extremeinstellungen auch für eine sehr moderate Beschneidung des Übertragungsbereichs; auf der anderen Seite lassen sich aber auch extrem schmalbandige Frequenzgänge damit realisieren.

Unsymmetrierdämpfung des Mikrofoneingangs

Höhen- und Tiefensperre im V776

Subsoic Filter des Mikrofoneingangs

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