Testberichte über Pro Audio Geräte
und Mischpulte

Modulsystem adt-audio V700
Testbericht der Zeitschrift Studio Magazin

die PDF-Version dieses Tests finden Sie hier:
V700 Testbericht aus der Zeitschrift Studio Magazin
TestV700De.pdf - 2.3 MB oder: TestV700De.zip - 2.2 MB

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U799 und U796

Dynamik Einheit U799Der in VCA-Technologie realisierte U799 ist eine einkanalige, umfangreich ausgestattete Kombination aus Kompressor, Limiter und Noise Gate, die in der von uns getesteten Variante für die Bearbeitung von Instrumenten optimiert ist. Für die Bearbeitung von Vocals bietet der Hersteller unter der Bezeichnung U798 eine weitere, leicht modifizierte Variante an, die verschiedene weitere Sonderfunktionen bietet und statt des Gates mit einem Expander bestückt ist. In beiden Modulen findet man so ziemlich alles, was der Hersteller zum Thema Regelverstärkung beizutragen hat, und das ist nicht gerade wenig: Mit 28 Bedienelementen und etlichen LED-Anzeigen ist die Frontplatte des U799 extrem dicht belegt; dennoch ist die Erreichbarkeit der Drehregler und Tasten nach unseren Erfahrungen durchaus akzeptabel. Der ausgangsseitige Limiter wurde als unhörbare und extrem schnelle 'Notbremse' zum Abfangen von Pegelspitzen in der Größenordnung einiger weniger dB konzipiert, die von einem relativ weich eingestellten Kompressor nicht mehr erreicht werden; er besitzt eine Schwellwert-Einstellung im Bereich zwischen +21 und -6 dB und eine Ampel-LED zur Funktionskontrolle. Die stufenlose Regelung von Ansprechzeit und Release ermöglicht es dem Anwender, in Abhängigkeit von der Art und der 'Tiefenlastigkeit' des Programms nach Gehör einen klirrfreien Betrieb sicherzustellen.

Das komfortabel ausgestattete Noise Gate besitzt neben seiner Threshold-Einstellung auch Regler für den Grad der Dämpfung (Range), die Zeitkonstanten Attack und Release sowie Hold zur Definition der Wartezeit vor Einsatz des Release-Vorgangs. Die dreifarbige Status-LED des Gates leuchtet orange, solange die eingestellte Hold-Zeit aktiv ist. In den Detektorweg des Gates lassen sich wahlweise stufenlos regelbare Hoch- und Tiefpassfilter oder ein stimmbares Bandpassfilter mit einstellbarer Güte schalten; die Einstellung der Filterung wird durch eine Sidechain-Listen-Funktion erleichtert. Im Regelfall ist das Gate im Signalweg hinter dem Kompressor angeordnet; mit Hilfe eines Zugschalters im Kompressor kann diese Reihenfolge aber vertauscht werden.

Auch bei der Wahl der Zeitkonstanten für den Kompressor setzt der Hersteller auf die Kompetenz des Anwenders; hier läßt sich bei falscher Einstellung also durchaus Klirr produzieren. Bei kürzeren Release-Zeiten lassen sich durch Drehen des von 0,1 Millisekunden bis zum Maximalwert von 30 Millisekunden aufziehbaren Attack-Regler praktisch alle Kompressoren-Klassiker wieder erkennen. Der Drehschalter 'Crest' mit vier Schaltpositionen ermöglicht die Beeinflussung des Gleichrichters von RMS- bis zur Spitzenwert-Charakteristik und bietet dem Anwender damit weitere wichtige Gestaltungsmöglichkeiten. Neben den Standard-Parametern Threshold, Ratio und Gain sowie einer stufenlos einstellbaren Knee-Funktion besitzt der Kompressor noch weitere Extras: Der Envelope-Regler variiert die Art und Weise, wie der Detektor auf tieffrequente Signalanteile reagiert, und ermöglicht dadurch kürzere Release-Einstellungen des Kompressors bei reduzierter Klirrgefahr. Eine weitere Spezialfunktion mit der Bezeichnung 'Fill' sorgt dafür, dass bei stark komprimiertem Material die leiseren Signalanteile, die von der Regeltätigkeit des Kompressors in Mitleidenschaft gezogen werden und zu einem auseinander fallenden Klangbild führen, stabilisiert werden. Erreicht wird dies durch moderates Zumischen des unbearbeiteten Eingangssignals zum komprimierten Ausgangssignal, das mit dem Fill-Regler individuell eingestellt wird - die zu leisen Stellen im Signalverlauf werden auf diese Weise einfach wieder aufgefüllt. Der Kompressor arbeitet im Normalfall mit einer ausgesprochen nützlichen, aber auf Wunsch auch abschaltbaren Autogain-Funktion, die einen durch die Regeltätigkeit hervorgerufenen Pegelverlust automatisch kompensiert. Die Signalverdichtung eines Kompressors kann auf diese Weise unabhängig von der eigentlich damit einhergehenden Pegelreduktion beurteilt werden, die sonst manuell ausgeglichen werden müßte.

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