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elliptische Equalizer
Autor: Gerd Jüngling - Copyright: Alle Rechte vorbehalten
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Aus diesen beiden hörphysiologischen Vorgaben ergibt sich so die Frequenz von 300 Hz bei einer Übersprechdämpfung von ca. 15 dB oder etwas mehr. Berücksichtigt man, dass die Ortung bei 300 Hz nicht schlagartig einsetzt, sondern sich langsam verbessert, ist ein Wert von 15 dB Übersprechdämpfung bei 300 Hz jedoch mehr als ausreichend um ein Stereoprogramm in der originalen Breite zu übertragen. Für die Reduzierung der Übersprechdämpfung vor dem Schneidvorgang ist also eine Schaltung, die bei 300 Hz 15 dB Übersprechen hat, zu höheren Frequenz hin größere Übersprechdämpfungen und zu niedrigen Frequenzen hin geringere Dämpfungen erzeugt nicht von Nachteil. Eine solche Schaltung ist aber bei einer Frequenzabhängigkeit der Übersprechdämpfung von 6 dB pro Oktave bereits in der Lage kritische Pegel für den Schneidvorgang zu kompensieren.

Für einen solchen Schaltkreis hat sich die Bezeichnung elliptischer Equalizer durchgesetzt. Dies ist warscheinlich zurückzuführen auf die Fa. Georg Neumann, die neben den allfällig bekannten Kondensatormikrofonen auch über Jahrzehnte Schallplattenschneidanlagen gebaut hat, die noch heute auf der ganzen Welt im Einsatz sind.
Die realen Ausführungen eines elliptischen Equalizers sind meist mit einer regelbaren oder umschaltbaren ‚Mono-Frequenz’ ausgerüstet. Damit wird eine Anpassung an zu bearbeitende Signal möglich.

Der elliptische Equalizer hat für die Schallplatten Schneidtechnik auch heute noch die gleiche Bedeutung wie vor knapp 50 Jahren und dies wird sich auch nicht ändern solange wie es die schwarze Scheibe gibt. Es gibt jedoch auch andere Bereiche der professionellen Audiotechnik, in denen ein elliptischer Equalizer ein wertvolles Hilfsmittel darstellt. Die wichtigste Anwendung ist sicherlich Stereo Mastering.

Während Mastering früher der Vorgang bei der Vorbereitung des Schneidvorgangs der Schallplatte mit den dazu gehörenden Überprüfungen, Anpassungen und Korrekturen war, hat sich im Laufe der Jahre Mastering zu einer der eigentlichen Mischung nachgeschalteten ‚Nachveredelung’ entwickelt. Gehässig gesagt hat sich der alte Spruch ‚we fix it in the mix’ heute in etwa in ‚let the mastering guy do the rest’ verwandelt. Einschlägige Berichte über das desolate Qualitätsniveau von angelieferten Produktionen hört man jedem Mastering Ingenieur. In vielen Fällen sind umfangreiche ‚Reparaturarbeiten’ aller Art an angelieferten Produktionen erforderlich, bevor man mit der eigentlichen Arbeit, dem ‚Feinschliff’ einer Produktion, überhaupt beginnen kann. Hier stellen Richtungsmischer zur Beeinflussung der Basisbreite und der Richtung einer Mischung neben Kompressoren und Equalizern ein wichtiges Bearbeitungsgerät dar. Von großer Bedeutung ist hier auch der elliptische Equalizer, mit dem es möglich ist ein mittenzentriertes, stabiles Bassfundament zu erzeugen, ohne dass die Räumlichkeit der Mischung in Mitleidenschaft gezogen wird.

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